Basis der Osteopathie
Unser Körper

Der menschliche Organismus funktioniert als Einheit: Alle Systeme (z.B. Herz- Kreislauf-, Hormon-, Immunsystem, Bewegungsapparat) stehen in gegenseitiger Abhängigkeit. Alle Gewebe im Körper sind in Bewegung und im Idealfall harmonisch miteinander verbunden. Diese lebensnotwendige Mobilität und Harmonie zu bewahren oder wiederherzustellen ist mein Ziel als Osteopath.

Osteopathie ist keine Glaubensfrage. Meine Arbeit als Osteopath basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen der Anatomie, Physiologie, Biochemie und Biomechanik.

Bewegung bedeutet Gesundheit - bewusst und unbewusst

Im menschlichen Körper sind permanent spannungsregulierende Mechanismen aktiv, denn er funktioniert nur dann, wenn alle Gewebe (nicht nur Gelenke) beweglich sind und er dadurch Bewegungen ausführen kann. Die meisten dieser Bewegungen laufen für uns unbewusst ab: Der unwillkürliche Herzschlag, die Atembewegung, der Blut- und Lymphfluss und die Zirkulation des Liquor (Gehirn- und Rückenmarks-flüssigkeit), sowie der Darm mit seinen peristaltischen (wellenförmigen) Bewegungen.

Eingeschränkte Beweglichkeit heißt eingeschränkte Funktion

Werden die Beweglichkeit oder die Bewegungen einzelner Körperstrukturen eingeschränkt, behindert das deren Funktion. Auf zellulärer Ebene bedeutet dies eine schlechtere Durchblutung, d.h. zum einen eine Minderversorgung der Zelle. Zum anderen wird der Abtransport von Stoffwechselprodukten beeinträchtigt - ein ungünstiges Umfeld für die Zelle. Daraus entstehen Störungen in Organen bzw. Körpersystemen. Zum Beispiel behindert eine erhöhte Darmspannung die Peristaltik, es kommt zu Verdauungsproblemen bis hin zu einer gestörten Aufnahme lebenswichtiger Vitalstoffe.
Oder eine eingeschränkte Beweglichkeit des Brustkorbes: Automatisch ist die Atmung verändert und die veränderte Zwerchfellspannung kann die natürliche Spannung der Bauchorgane negativ beeinflussen. Es gibt unzählige Möglichkeiten, denn so funktioniert unser Körper. Alle Strukturen sind auf vielfältigste Art miteinander verbunden und voneinander abhängig.

Vielfältige Ursachen

Vielfältig sind die möglichen Ursachen für Bewegungsstörungen. Beispielsweise nach Verrenkung oder Stauchung, nach entzündlichen Erkrankungen, als Folge von Arthrose oder Operationen. Selbst Ernährungsgewohnheiten (Stichwort Übersäuerung) und seelisch - emotionale Faktoren (z.B. "starr vor Angst") wirken sich beeinträchtigend auf die Beweglichkeit aus.

Der Körper kann vieles kompensieren - bis zu einem gewissen Maß

Die Flexibilität unseres Körpers Ständig sind Mechanismen in unserem Körper aktiv, die Spannungen ausgleichen und für eine harmonische Funktion sorgen. Deshalb kann auch eine leichte Funktionsstörung vom Körper kompensiert werden, und man hat keine Beschwerden. Kommt es jedoch zu einer weiteren Beweglichkeitsstörung, ist die Kompensationsfähig-keit überfordert. Dann erst bemerken wir durch Schmerzen, dass "etwas nicht stimmt". Hierdurch klären sich auch folgende Aussagen:

"Die Beschwerden kamen quasi über Nacht ohne erkennbare Gründe", oder: "das Altern bringt auch mehr Schmerzen mit sich"; nein - je älter wir werden, umso mehr Funktionsstörungen "sammeln" wir, solange bis das "Fass überläuft".

Osteopathie und Schulmedizin

In Deutschland wird die Osteopathie den alternativen Heilmethoden zugeordnet - im Gegensatz zu Amerika. Dort wird die Osteopathie in einem anerkannten Studium gelehrt. Mittlerweile nimmt der Bekanntheitsgrad der Osteopathie hierzu Lande auch bei Ärzten ständig zu. Da die Osteopathie, wie schon erwähnt, auf Anatomie, Physiologie, Biomechanik und Biochemie aufbaut, findet man viele Übereinstimmungen mit der Schulmedizin. Doch andere osteopathische Grundlagen können Schulärzte nur schwer akzeptieren - zum Beispiel dass eine pulsierende Bewegung am Kopf und am ganzen Körper gespürt und beeinflusst werden kann. Genauso skeptisch wird die manuelle Beeinflussung von inneren Organen angesehen. Verständlich, wenn man bedenkt, dass diese Fähigkeiten sich erst durch jahrelange Übung und Schulung der Sensibilität entwickeln. Erfreulich jedoch ist, dass inzwischen viele Ärzte die Osteopathie anerkennen und osteopathische Behandlungen empfehlen.

Anwendungsgebiete der Osteopathie

Osteopathie kann grundsätzlich bei allen Funktionsstörungen des Körpers angewandt werden, egal wie lange diese schon bestehen. Auch das Alter spielt keine Rolle: Vom Säuglings- bis ins hohe Alter sind osteopathische Behandlungen wirkungsvoll. Ob Schmerzen am Halte- und Bewegungsapparat, Befindlichkeitsstörungen, Folgen von Unfällen oder Operationen - in welchem Umfang eine Behandlung sinnvoll ist, entscheide ich in Absprache mit Ihnen nach Anamnese und Erstuntersuchung. Da ich den ganzen Menschen und nicht nur Körperregionen behandele, habe ich an dieser Stelle von einer Liste abgesehen (Beispiele finden Sie in der Sektion Teilgebiete). Wenn Sie Fragen zur "Behandelbarkeit" Ihrer Beschwerden haben - rufen Sie an oder schicken Sie mir eine E-Mail.

Grenzen der Osteopathie

Die Osteopathie hat da ihre Grenzen, wo die Selbstheilungskräfte des Körpers nicht ausreichen. Bei schweren und/oder akuten Erkrankungen sollte man immer zu einem Schulmediziner gehen. Die Osteopathie ist auch keine Notfallmedizin, kann also bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall nicht lebensrettend eingreifen. Offene Wunden, Brüche, Verbrennungen und andere Verletzungen müssen auch immer erst von einem Arzt behandelt werden. Ebenso gehören psychische Erkrankungen wie Depressionen nicht in die Hand eines Osteopathen. Bei vielen der hier genannten Beschwerden kann sich aber eine osteopathische Behandlung als Begleittherapie anbieten. So kann sich zum Beispiel eine Behandlung des vegetativen Nervensystems bei Depressionen durchaus positiv auswirken. Auch Folgen wie Schmerzen durch Muskelverspannungen bei Arthrose lassen sich osteopathisch positiv beeinflussen.

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